WOGO-003: Der erste Test

Vorab eine kurze Korrektur: ich erfuhr zwischenzeitlich, dass es sich bei den von mir verbauten Holzleisten nicht um Dachlatten, sondern schlicht um Holzleisten handelt. Die hießen umgangssprachlich bei den Heimwerkern in meinem Bekanntenkreis immer auch Dachlatten und ich hatte mir offen gestanden nicht die Mühe gemacht, zu recherchieren, ob das der korrekte Begriff ist. Dachlatten sind wohl bedeutend größer im Querschnitt und auch nicht gehobelt.

Da die Liegefläche nun einsatzbereit sein sollte, wird es Zeit für den ersten Test. Also packte ich nach dem Feierabend Isomatte, Schlafsack, Kissen und Proviant für einen mittleren Versorgungsengpass ein und fuhr hinauf in den Schwarzwald und parkte an einem Parkplatz nahe der Schwarzenbachtalsperre. Nachdem die mitgebrachte Verpflegung vertilgt war und das Fresskoma einsetzte, klappte ich die Liegefläche aus und begab mich zu Bett.

Ich schlief ausgezeichnet, allerdings ist so ein Holzbrett als Unterlage für eine Isomatte doch ein wenig härter als der sonst übliche Naturboden. Ich bestellte mir daher eine dieser Klappmatratzen, die man manchmal als Gästebett sieht. Die bestehen aus drei verbundenen Elementen von je ca 60×60 cm und sollten so perfekt passen und eine weichere Liegefläche bieten. Ob ich dann künftig weiterhin den Schlafsack benutzen werde oder eine Bettdecke ins Auto lege, weiß ich noch nicht genau. Vermutlich wird es die Decke.

Weiter werde ich mir Gedanken machen, wie ich ein Fliegengitter an den Türen befestigen kann, um insektenfrei das Fenster ein wenig offen lassen zu können. Mein Favorit sind aktuell Magnete, aber das steht noch nicht fest.

Nach dem Aufwachen am nächsten Morgen stellte ich fest, dass ich nicht der Einzige war, dem der Platz zum Nächtigen gefiel:

Ich packte zusammen und machte mich durch die wunderschöne Landschaft zurück auf den Weg nach Kehl. Und es war sicher nicht die letzte Nacht, die ich nur zum Spaß im Auto verbracht haben werde 🙂

Viel Spaß mit der zugehörigen Podcastfolge.

http://wohngolf.de/podcast/wogo-003.mp3

WOGO-002: Bau der Liegefläche

Heute will ich die eingekauften Materialien in eine funktionierende Liegefläche verwandeln.

Zunächst säge ich zwei Ecken an der kleineren Platte ab – dort, wo sie an das hintere Kofferraumende anstoßen soll, wären sonst zwei Ecken der Kunststoffverkleidung im Weg. Dann trage ich an der gegenüberliegenden Kante schräg ein bisschen Material der Platte ab, um dort die Achse der Scharniere ein wenig verstecken zu können. Die Löcher für die Scharniere anzeichnen, vorbohren und dann die Scharniere durch die OSB-Platte und ein darunter bündig liegendes Stück Dachlatte geschraubt. Auf die gegenüberliegende Seite kommt dann ebenfalls ein Stück Dachlatte als Unterbau, damit die Fläche nachher eben im Auto liegt.

An der großen Platte kommt in 50cm Abstand von der Scharnierseite gerechnet ein Unterbau von je einem Stück Dachlatte quer und hochkant, also insgesamt 53mm Unterbau an der Stelle, wo sich im Auto die Vorderkante der Rücksitzfläche befindet. Danach die lange Platte an die Scharnierseite der kurzen anhalten, Scharnierschraubenlöcher einzeichnen, vorbohren und auch diese Scharnierseite durch die Platte in einer Dachlatte festschrauben.

Ans Kopfende kommt nun eine der Schlauchisolationen und im Prinzip kann man das ganze nun testweise in den Golf legen. Es passt erstaunlich gut und als es drin liegt, messe ich noch schnell die Länge der Stützen aus, die die linke und rechte Ecke des Kopfendes im Fußraum der Rückbank abstützen sollen. Hint: es sind 29cm. Diese Stücke habe ich also noch passend abgesägt und angeschraubt.

Fertig ist eine funktionierende Liegefläche, die den vorhandenen Raum in der Länge maximal ausnutzt, stabil wirkt und die im zusammengeklappten Zustand so weit nach hinten gezogen werden kann, dass man die Vordersitze in bequeme Fahrposition bringen kann.

Ich habe provisorisch die Innenverkleidung der Kofferraumklappe entfernt, sodass ich den Kofferraum nun auch von innen öffnen kann – der Ein- und Ausstieg sollte über den Kofferraum deutlich bequemer sein als über die Türen. Wie gesagt: in diesem Schritt soll erst einmal alles funktionieren, verschönert wird frühestens nach dem ersten Test in freier Natur 🙂

http://wohngolf.de/podcast/wogo-002.mp3

WOGO-001: Ausmessen und Einkaufen

Es soll losgehen. Ich baue die Rückbank aus (hier ist ein erklärendes Youtube-Video dazu), messe und komme auf eine mögliche Liegefläche von 185-190cm Länge und 95cm Breite. Ich möchte diese Fläche mit einer OSB-Platte (die stabilere Version der Spanplatte) bauen, nötige Unterfütterungen mit Dachlatten erledigen und Beschädigungen durch Holzkanten an den Vordersitzen durch Schaumstoff-Rohrisolierung verhindern. Außerdem muss die Platte geteilt sein, damit man sie mit Scharnieren zusammenklappen kann, wenn man das Auto fahren will. Diese Teilung sollte daher annähernd mittig stattfinden, aber so weit in Richtung Kofferraum, dass sie sich noch über der planen Kofferraumfläche befindet (wo die auftretenden Kräfte wohl besser verteilt werden können als über einem Hohlraum).

Ich ließ mir somit im Baumarkt zwei 18mm starke OSB-Platten von je 95cm Breite zusägen, eine in 75cm Länge und eine in 110cm Länge. Dazu noch vier Dachlatten (17x36mm Querschnitt), Rohrisolierungen und zwei Scharniere. Außerdem kaufte ich ein Sortiment Kreuzschlitzschrauben, Handbohrer und eine Holzsäge mit Gehrungslade. Insgesamt gab ich knapp über 50€ aus, wobei auf Werkzeug und Schrauben knapp über 15€ entfielen. Die Materialkosten sind demnach überschaubar, wer Werkzeug und Schrauben zuhause hat, kommt mit knapp 40€ aus.

http://wohngolf.de/podcast/wogo-001.mp3

WOGO-000: Nullnummer und was soll der Scheiß hier?

Hallo bei meinem neuen kleinen Projekt.

Worum es hier geht, ist schnell erklärt, aber vermutlich langsamer durchgeführt.

Dies ist mein treues Fahrzeug:

Innen derzeit etwas unspektakulär 🙂

Nun wurde ich durch diverse Foreneinträge und Youtube-Videos von Menschen, die in kleine Autos Campingmöglichkeiten einbauten und den eigenen Wunsch, ein übernachtungsfähiges Fahrzeug zu besitzen, dazu angestiftet, den Golf so zu verändern, dass zumindest für mich als Alleinreisenden ein halbwegs bequemes Schlafen ermöglicht wird. Späterer Komfort nicht ausgeschlossen, zunächst stehen „erste Erfolge“ und „kleines Budget“ ganz oben auf der Wunschliste.

In diesem Blog und dem zugehörigen Podcast nehme ich euch mit, wenn sich der Golf nach und nach zum selbstfahrenden Übernachtungswagen mausert.

Viel Spaß damit.

http://wohngolf.de/podcast/wogo-000.mp3